Frauen in Indien


Geschichte:
In der vorvedischen Zeit galt in Indien das Machtsystem der Darwiden. Die Frau wurde als weibliche Gottheit verehrt und hatte daher ein hohes Ansehen. Heute gilt dieser Glaube fast nur noch in den restricted areas des Nordostens, das heißt das z.B. noch die Kinder den Namen der Mutter bekommen. Die patriarchalischen Arier versuchten die vollständig zu unterdrücken und schafften es auch, bis auf dieses kleine Gebiet im Nordosten.
Vertreter und Mitglieder der Patriachats findet man auch im Islam und Christentum zur Unterdrückung der Frau.
Letzten Endes wurden die für uns schon uralten Sprüche, wie ,,Frauen gehören ins Haus und hinter den Herd", wieder Alltag in Indien.
Rolle im Staat:
Die Frau hat im Staat eine niedrige Rolle. Frauen sind die am schlechtesten ernährten Menschen in Indien. Sie leiden oft an Unterernährung, da sie nur die Reste der Speisen essen darf. Außerdem sterben Frauen im Durchschnitt früher als Männer, weil sie durch die 14-16 stündliche schwere Arbeit und die vielen Schwangerschaften verbraucht sind.
In einer Abtreibungsklinik in Bombay haben alarmierende Zahlen ergeben , dass von 8000 abgetriebenen Föten 7999 weiblich waren.
Die indische Frauenbewegung kämpft hart gegen diese Entwicklung
und ebenso fordern sie: gleiche Lohnzahlung und Ausbildungskräfte für Männer so wie für Frauen.
Frauenkonferenzen haben aufmerksam gemacht, dass nach dem Gesetz Frauen und Männer völlig gleich gleichberechtigt sind. Durch spezielle Gesetze wie: Abschaffung des Mittgiftzwangs (1961), bezahlten Mutterschaftsurlaub, Abschaffung der Kinderehen und Legalisierung des Schwangerschaftsabbruches(1971), wurde versucht
die Situation der Frau zu erleichtern.
Auf der anderen Seite gibt es Ministerinnen, Richterinnen, 40000 Ärztinnen, 600000 Lehrerinnen und gut 15000 gut ausgebildete Wissenschaftlerinnen.

Rolle in der Familie
So wie im Staat hat die Frau auch in der Familie die niedrigste Rolle.
Die Tochter für ihre Familie, durch die später zu zahlende Mittgift an die Familie des Mannes, eine Last.
Oft verschuldet sich die Familie hoffnungslos um die Tochter zu vermählen. Dadurch machen Geldverleiher mit hohen Zinsen ein gutes Geschäft nach dem anderen.
Der Sohn hingegen bringt durch eine Heirat eine Arbeitskraft und die Mitgift mit.
Für die Familie bedeutet die Tochter nur Unglück, denn geht die Ehe
schief, kann die Tochter nicht zurück. Es gäbe dann einen Esser mehr und die Familie würde ihren Ruf in den Schmutz ziehen.
Eine andere Sache ist das bereits seit Anfang des 19.Jh. verbotene Sati. Wenn der Ehemann stirbt folgt die Witwe dem Verstorbenen durch Verbrennung in den Tod.
In Delhi gab es allein in einem Jahr, 350 Todesfälle, bei denen junge Frauen zu Hause verbrannten. Das geschah meist wegen Missglückter Ehe, dann blieb für die Frau meistens nur noch der Selbstmord als letzte Entscheidung zu fällen, oft halfen die Schwiegereltern bei diesem Geschehen nach.
Die Frau muss sich ständig bemühen das Ansehen, auch bei großer Armut, aufrecht zu erhalten, da die Stände streng geordnet sind.
Der Stand in die eingeheiratete Familie hängt von der Geburtenzahl der Söhne ab.

Hexen und Hexenmorde
Der Hexenglaube ist in Ostindien verbreitet. Frauen die als Hexen verurteilt werden, müssen sterben. Sie werden erschlagen, gesteinigt
oder ertränkt. Frauen werden dann als Hexen verurteilt, wenn man keine Erklärungen für Krankheit, Tod oder Familienstreit hat.
Frauen die als Hexen verurteilt werden, müssen in ständiger Angst davor leben gelyncht zu werden. 1995 traf dies 25 unschuldige Frauen.
Viel Schuld an diesem Aberglauben haben die Ohjas (Hexendoktoren), Stoßen sie an ihre Medizinischengrenzen, wird die Schuld einer Hexe in die Schuhe geschoben. Auch Habgier und Neid führen dazu, dass Frauen als Hexen beschuldigt werden, die Verwandtschaft erbte ihren ganzen Besitz. Die Aufklärung der Verbrechen scheiterte am schweigen der Dorfbevölkerung, da jeder zu viel Angst vor eigener Unbeliebtheit hatte.

Verhaltenskodex für eine indische Frau
-Die Frau soll nach dem Mann essen.
-Die Frau darf nicht sitzen wenn der Mann steht.
-Die Frau muss morgens aufstehen, bevor der Mann aufsteht.
-Wenn er sie bestraft, darf sie sich nicht rächen.

Religion
Im hinduistischen Gesetzbuch Manu steht, dass die Frau dem Mann Untertan sein soll, als Kind der Vater und nach der Heirat der Ehemann.

Scheidung
Nach dem Gesetzbuch Manu, soll der Mann für die Frau gottgleich sein, sie darf ihn nie verlassen, wenn er sie allerdings nicht mehr will
darf er sie auf die Straße setzen.

Erziehung
Die Mädchen werden von pflichtgetreu bis unterwürfige Dienerinnen
für die Männer erzogen.
Versklavung und Abhängigkeit ist ihr Schicksal. Völlige Hingabe ist eine der typischen weiblichen Qualitäten der Frauen in Indien.