Projekte im Fach Deutsch
Der Roman die Deutschstunde - ein Projekt des 13. Jahrgangs
Literatur und Internetpräsentation - ein Projekt des 12. Jahrgangs
Deutschstunde
Im Rahmen des Deutschunterrichts
am Fachgymnasium erarbeitete ein Leistungskurs (13. Jahrgang) eine Präsentation
des Romans „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz, die dann anderen Klassen
vorgeführt wurde. Die folgenden Inhalte wurden teilweise zur Übersicht gekürzt
oder durch spontane Einfälle ergänzt.
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Zielsetzung:
[Nach oben]
Im Zusammenhang
mit der Erarbeitung des Romans „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz
entwickelte sich die Idee, Unterrichtsergebnisse projektbezogen
aufzuarbeiten, um sie im Rahmen einer Buchvorstellung anderen Kursen
und Klassen zu präsentieren. Nach einer intensiven Auseinandersetzung
mit besonderen
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Aspekten des Romansim Unterricht wurden die Ergebnisse zu ausgewählten
Schwerpunkten arbeitsteilig bearbeitet und für eine Präsentation
vorbereitet. Um die Präsentation interessant und abwechslungsreich
zu gestalten, wurde darauf geachtet, möglichst viele Medien
und Präsentationstechniken zu nutzen. Die Vorbereitung der Präsentation
umfasste einen Monat. Vorgestellt wurde die 90 Minuten dauernde
Präsentation dreimal. Beim Einlass der Schüler wurde typisch
norddeutsche Musik gespielt, um für Ruhe und die nötige Einstellung
zu Sorgen.
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1. Inhaltsangabe „Deutschstunde“
in Form eines Rollenspiels [Nach
oben]
Szene: Zelle
[Tisch, Hefte, Pritsche]; Siggi am Tisch, Joswig an der Tür
Siggi: Moin
Joswig.
Joswig: Moin
Siggi, was macht deine Strafarbeit? Ist dir wieder was Neues zu
den Freuden der Pflicht eingefallen oder hast du alles über Bord
geworfen?
S.: Nein nein,
ich denke sogar, dass ich es bald geschafft habe, schließlich schreibe
ich ja schon fast ein Jahr.
J.: Worum geht’s
eigentlich? Kannst mir mal nen bisschen was daraus erzählen?
S.: Aber das
du mir ja nicht alles rumerzählst, besonders dem Himpel nicht. Du
weißt ja, ich komme aus so einem Nordkaff, Rugbüll heißt es, und
erzähl aus den letzten zwei Kriegsjahren. Los ging eigentlich alles
an dem Nachmittag, an dem mein Vater , der Rugbüller Dorfpolizist,
seinem Freund dem Maler Nansen einen Brief aus Berlin überbrachte.
Du weißt vielleicht, dass damals einigen Künstlern Malverbot erteilt
wurde, so auch ihm. Beide stritten sich wegen des Verbotes, denn
mein Vater sollte es überwachen und pflichtbewusst wie er nun mal
war, nahm er seine Aufgabe sehr ernst. Nansen malte trotzdem weiter,
aber er unterschätzte meinen Vater, der mich später sogar zu seinem
Spitzel machte.
J.: Hast du
ihm geholfen?
S.: Nicht wirklich,
aber irgendwann ertappte er ihn selbst, beschlagnahmte die Bilder
und zeigte ihn an. Ich konnte es nicht verstehen und begann die
Bilder vor ihm in der alten Mühle zu verstecken. Dort hatte ich
schon eine kleine Galerie, aber sie ist bei einem Luftangriff mitsamt
den Bildern abgebrannt.
J.: Haste du
deshalb nach dem Krieg angefangen Bilder zu stehlen, weil deine
eigene Galerie abgebrannt ist?
S.: Hmm...weiß
nich..., aber seit dem verfolgten mich Träume mit brennenden Bildern
und ich musste Bilder stehlen, um sie vor der Zerstörung zu retten.
Aber damals ist noch viel mehr passiert in unserer Familie: meinen
Bruder Klaas musste ich vor meinen Eltern verstecken, sie hätten
ihn sonst an die Nazis ausgeliefert, da er angeblich Schande über
unsere Familie gebracht hat. Adi, den Freund meiner Schwester, haben
sie auch verstoßen, nur weil er Musiker war. Aber in Wirklichkeit
war es mein Vater, der durch seinen Verfolgungswahn unsere Familie
schlecht gemacht hat. Selbst nach Kriegsende verfolgte er noch weiterhin
Nansen, womöglich noch heute?
J.: Wovon handelt
deine Geschichte denn? Von den Freuden der Pflicht oder dem Konflikt
zwischen dem Maler und deinem Vater?
S.: Sie handelt
von zwei Personen, die eine unterschiedliche Auffassung von den
Freuden der Pflicht haben.
J.: Na gut
Siggi, dann schreib ma schön weiter. Du weißt ja in der Zelle ist
das Rauchen verboten. [Joswig gibt Siggi zwei Zigaretten]
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2. Personenkonstellation
[Nach
oben]
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Jens
Ole Jepsen
Jens Ole
Jepsen leitet den Polizeiposten in Rugbüll. Er ist mit Gudrun
Jepsen verheiratet, und hat drei Kinder. Klaas, Hilke und
Siggi. Seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhält
Jens Ole Jepsen seine Dienstaufträge aus Berlin, die er pflichtbewusst
ausführt. Die Ideologie der Nationalsozialisten teilt Jens
Ole Jepsen jedoch nicht, er führt nur die Befehle aus, die
ihm aufgetragen werden. So auch den Befehl, das Malverbot,
mit dem der Maler und Freund Max Ludwig Nansen belegt wird,
zu überwachen.
Max
Ludwig Nansen
Max Ludwig Nansen lebt mit seiner Frau Ditte, Jutta und seinen
Freund, Doktor Busbeck auf Bleekenwarf. Auch ihn verschonten
die Nationalsozialisten mit dem Malverbot nicht; obwohl Max
Ludwig Nansen in seiner Heimat und sogar auch im Ausland sehr
bekannt ist. Besonders seine
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expressionistischen
Werke missfallen den Nationalsozialisten, deshalb wird Nansen mit
einem Malverbot belegt.
Gudrun Jepsen
Gudrun Jepsen, die Ehefrau von Jens Ole Jepsen, teilt die Ideologie
der Nationalsozialisten und ist gegen alles, das den Anschein trägt,
unrein und anders zu sein. Sie ist z.B. gegen die Beziehung ihrer
Tochter Hilke zu dem Musiker Addi. Sie sieht in Addi nur einen Nichtsnutz,
der keine ordentliche Arbeit hat. Hinzu kommt, dass Addi Epileptiker
ist und Kranke möchte Gudrun Jepsen erst recht nicht in ihrer Familie
haben.
Ebenfalls wird
der älteste Sohn Klaas von den Eltern, bzw. von der Mutter
nicht akzeptiert. Er ist ein Deserteur, verstümmelt mit Absicht
seine Hand und flieht anschließend aus dem Lazarett, was für seine
Eltern die schlimmste Schande ist, die ein Sohn seinen Eltern antun
kann.
Auch zu Siggi
sind beide Elternteile sehr kühl und streng. Besonders die Beziehung
der Mutter zum Sohn ist sehr kalt. Gudrun Jepsen hat es nicht geschafft,
eine herzliche und warme Beziehung zu ihren Kindern herzustellen.
Gudrun Jepsen
ist sehr wortkarg und durch ihre Verschlossenheit wirkt sie emotionslos.
Es scheint, dass sie keine Liebe in sich trägt .
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3. Emil
Nolde [Nach
oben]
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Emil
Nolde wurde 1867 als Emil Hansen in Nolde/ Nordschleswig geboren.
Er besuchte bis 1888 eine Schule in Flensburg und war anschließend
Zeichner und Schnitzer in Möbelfabriken. Aufgrund seiner Heimatverbundenheit
nahm er 1902 den Namen Nolde als Künstlername an. Er reiste
viel und gerne in fremde Länder und Städte, z.B. Tahiti, Paris
und Kopenhagen. Nolde war Mitglied in verschiedenen Künstlervereinigungen,
wie z.B. in der Brücke, in der sich wichtige expressionistische
Künstler zusammenschlossen. 1920 wurde Emil Nolde dänischer
Staatsbürger. |
1937 bildeten
seine teils expressionistischen Bilder den Mittelpunkt der Ausstellung
für entartete Kunst in München, die von den Nationalsozialisten ausgerichtet
wurde. Emil Noldes Kunstwerke waren den Nazi schnell aufgefallen,
sie versuchten Noldes Arbeit durch ein Mal- und Verkaufsverbot zu
unterbinden, was ihnen nicht vollständig gelang, den von 1938-1945
entstanden Noldes berühmte „ungemalte Bilder“ in seinen Haus in Seebüll.
Am 19. April 1956 starb Emil Nolde in seinem Haus in Seebüll.
Für Nolde-Interessenten bietet sich an, sein Haus/Atelier und seine
Bilder im Nolde-Museum in Seebüll zu besichtigen. |
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4. Kulturpolitik
der Nationalsozialisten[Nach
oben]
Grundzüge/
Ziele: Zentraler Gedanke der Kulturpolitik der Nationalsozialisten
war ihre Vorstellung von der Überlegenheit der sogenannten
"arischen Rasse" gegenüber allen anderen Rassen in allen Bereichen,
auch hinsichtlich der Kunst und Literatur.
Bücherverbrennung
1933:
Am 10.05.1933 inszenierten die Nationalsozialisten mit dem
Aufruf wider den deutschen Geist Bücherverbrennungen, denen
sämtliche jüdische, politisch missliebige und vor allem sozialistische
und kommunistische Autoren zum Opfer fielen.
Inhalte
und Kennzeichen von zensierter Literatur waren z.B. die Thematisierung
von Klassenkampf und Materialismus, von Dekadenz und moralischem
Verfall. Auch sogenannter „volksfremder Journalismus demokratisch-jüdischer
Prägung“ wurde angeprangert.
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„Entartete
Kunst“:
Auf der Ausstellung "Entartete Kunst" 1937 in München und Berlin
sollte dem Volk unerwünschte Kunst vorgeführt werden. In neun Gruppen
unter je einem bestimmten Motto wurden Werke von Künstlern gezeigt,
deren Aussage stilistisch und/oder inhaltlich nicht den Vorstellungen
der Nationalsozialisten entsprach.
Definition
"Entartete Kunst":
Jede moderne Richtung der Kunst seit dem angehenden Realismus.
„Entartet“ war Kunst nach Meinung der damaligen Kunstrichter wenn
sie
- "zum Klassenkampf im Sinne des Bolschewismus" aufrief
- "im Dienst der marxistischen Propaganda stand
- "Neger und Südseeinsulaner" verheerlichend darstellt
- "Juden und Idioten" zeigte
- Bilder zeigte die ihre religiöse Vorstellung anprangerten
"Neuer"
deutscher Kunstgeschmack:
Man präsentierte in der "Großen Deutschen Kunstaustellung" den "neuen"
Kunstgeschmack.
Inhaltlich mussten die Werke zu jenen politischen Vorstellungen
der Nationalsozialisten passen, nach denen die Deutschen als ein
gesundes, zuversichtliches und entschlossenes Volk aus damaliger
Sicht anzusehen waren, das sich einen ihm zustehenden Platz in der
Welt erobern und erkämpfen wollte.
Mit Abbildungen von kriegstüchtigen, gesunden, kriegstüchtigen Männern;
Bauern und Arbeitern sowie schönen Frauen, die vor allem als Mütter
dargestellt wurden, versuchte man entsprechend diese Vorstellungen
zu verdeutlichen.
Somit
war ein künstlerisches Schaffen in Freiheit für Expressionisten
wie Nolde nicht mehr möglich.
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5. Der Erzählstil
[Nach oben]
„Wie ruhig
der Maler auf einmal vom Bretterstapel glitt, den Hut in den Nacken
schob, die Pfeife am Türpfosten hart ausklopfte und dann neben die
Frau trat, wortlos und ohne ein einziges Mal zu zögern. Flüchtig
winkte er uns - Jutta und mir -, zu verschwinden, wartete aber nicht
ab, bis wir seine Anweisung befolgt hatten, vielmehr ergriff er
oder löste den Stiel der Axt aus den Fingern der Alten, schob die
Frau zurück, drängte sie bis zum Bretterstapel und ging wieder an
das Tier heran, das ihn nicht beachtete, das den Hals gestreckt
und krampfig über den Boden bewegte und den Kopf mühsam aufwärts
drückte. Der Maler wog die Axt in der Hand. Der Maler machte einen
Stemmschritt, schlurfte kurz mit den Sohlen, überprüfte drehend
seinen festen Stand. Sein Gesicht blieb unbewegt, als er auf das
Tier hinabsah, auf den harten schweren Schädel, der sich ihm entgegenhob
mit den dunklen, gleichgültigen Augen. Die verklebten Haare flohen
in schwarzweißen Kreiseln über die Stirn. Aus dem Maul hing ein
Schleimfaden, die behaarten Ohren waren lauschend dem Mann zugedreht.
Der Maler, das erkannte man, maß die Stelle zwischen den Augen aus,
wo die Axt auftreffen sollte. Dann sah er hinter sich, hob die Axt,
holte aus, während wir reglos dasaßen. Und sehe ich ihn immer noch
stehen in seinem Stall: mit erhobener Axt, den Kopf leicht zurückgelegt,
niederblickend auf das Tier, das auch in diesem Augenblick kein
Interesse zeigte für den Mann, der sich in der Bewegung und Vollstreckung
des Schlages so emporgereckt hatte, dass sich der Saum seines langfallenden
Mantels bis zu den Kniekehlen hob.“ S. 210
„Er packte
das Fahrrad mit einer Hand an der Hinterkannte des Sattels, mit
der anderen an der Lenkstange und drehte es herum. Dann schob er
es zum Ziegelweg hinab, hielt unter dem spitzen, auf unser Rotsteinhaus
zielenden Schild“ „Polizeiposten Rugbüll“, brachte das linke Pedal
in günstige Ausgangsstellung, saß auf und fuhr mit straff geblähten
Umhang, der zwischen den Beinen mit einer Klammer zusammengefasst
war, Richtung Bleekenwarft.
Das ging gut
bis zur Mühle oder sogar fast bis zur Holmsenwarft mit ihren wippenden
Hecken, denn so lange segelte er gebläht und kräftig gebauscht vor
dem Wind, doch dann, als er sich gegen den Deich wandte, den Deich
gebeugt erklomm, glich er sofort dem Mann auf dem Prospekt „ Mit
dem Fahrrad durch Schleswig-Holstein“, einem verbissenen Wanderer,
der durch die Versteifung, Krümmung und vom Sattel abgehobenem Gesäß
bereitwillig die Mühsal erkennen ließ, mit der man sich hier fortbewegen
muss auf der Suche nach heimischer Schönheit. Der Prospekt verriet
jedoch nicht nur die Mühsal, er deutete auch das Maß der Geschicklichkeit
an, das notwendig ist, um bei fallsüchtigen, seitlichem Nordwest
mit dem Fahrrad auf dem Kamm des Deiches zu fahren; außerdem veranschaulichte
die in Windfahrten zweckmäßige Körperhaltung, ließ das Erlebnis
des norddeutschen Horizonts ahnen, zeigte die schlohweißen Kraftlinien
des Windes und bevorzugte als vertraute Garnierung des Deiches die
gleichen blöden und verzottelten Schafe, die auch meinem Vater und
mir nachblickten.“ S. 21
Während
des Vorlesens wurden die Zuhörer gebeten die Augen zu schließen,
um die Konzentration der Zuhörer zu verstärken. Auf diese Weise
wurden Ablenkungen vermieden.
Als nächstes
wurden einige Bilder vorgestellt, um einen Einblick der Bildhaftigkeit
des Schreibstils Lenz´ zu erlangen. Hierbei wurde festgestellt,
dass Siegfried Lenz so ausführlich schreibt bzw. beschreibt, dass
die Vorstellungen der Landschaften bei den meisten Teilnehmern übereinstimmten.
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6. Schreiben als Therapie
[Nach
oben]
Um den Gliederungspunkt
„Schreiben als Therapie“ zu veranschaulichen und auch möglichst
interessant zu gestalten, wählten wir eine Kartenabfrage. Da Siggi
ein Jahr lang schrieb, hat das Schreiben für ihn eine besondere
Bedeutung. Diese Bedeutung wollten wir, gemeinsam mit den Zuhörern,
anhand einer Kartenabfrage klären. Man stellte den Zuhörern erst
die Frage, warum man überhaupt für sich schreibt, z. B. ein Tagebuch.
Jeder Zuhörer schrieb einen möglichen Grund auf eine Karte. Die
verschiedenen Antworten wurden dann an einer Wandtafel geclustert,
noch einmal erläutert und mit Siggis Gründen für sein langes und
ausführliches Schreiben verglichen.
In einer anschließenden
Zusammenfassung wurden Siggis Beweggründe erklärt.
Es gibt viele
Gründe, warum man persönliche Erfahrungen niederschreibt. In diesem
Roman führt Lenz aber nur einige an, die ihm wichtig erscheinen.
1. Schreiben
als Pflicht
Es ist für
Siggi eine Pflicht, diesen Aufsatz zu schreiben. Er bekommt diese
Aufgabe zuerst von seinem Deutschlehrer und noch einmal vom Direktor
der Strafanstalt.
Siggi: „Sie
haben mir eine Strafarbeit gegeben!“ (S. 7)
2. Vergangenheitsbewältigung
Schreibend
kann Siggi seine Vergangenheit besser nachvollziehen. Dies ist ein
Grund dafür, warum er ein Jahr für seinen Aufsatz braucht. Außerdem
möchte er auch die Pflichtauffassung seiner Familie und seines Umfeldes
verstehen und nachvollziehen, warum die Pflichtausübung insbesondere
für seinen Vater so wichtig war.
Siggi: „Die
Freuden der Pflicht, ich möchte sie ungekürzt verstehen, in ganzer
Länge!“ (S.147)
3. Reflexion
(Auseinandersetzung
mit dem eigenen Handeln und Tun) Siggi versucht sich und seine Entwicklung
zum „Bilderdieb“ zu verstehen. Warum stahl er die Bilder weiterhin,
obwohl der Krieg doch schon längst vorbei war?
Carl Fouchard
jr.(ein Psychologe, Anm. d. Verf.):“ Wem erzählst du das alles da?“
Siggi: „Mir, sagte ich, und er darauf: Beruhigt dich das ?- Ja,
sagte ich das beruhigt mich.“ (S. 147-148)
Zum Schluss
stellt sich allerdings die Frage, ob das Schreiben als Therapie
für Siggi von Nutzen war? Der Roman lässt ein offenes Ende. Siggi
ist sich selbst im Unklaren, wie er sich nach seiner Entlassung
aus der Strafanstalt verhalten wird. "Seit fünf Tagen ist die Strafarbeit
fertig, morgen muss ich sie abliefern. Muss? Nicht auf die Resultate
kommt es an, hatte Himpel einmal gesagt, sondern auf Haltung und
Ausdauer, die zu den gewünschten Resultaten führen. Da er mit meiner
Ausdauer zufrieden ist - brauchte er da noch meine Hefte? Ich könnte
sie Hilke schenken oder Wolfgang Mackenroth oder der gleichgültig
strömenden Elbe. Ich könnte sie ins Kartoffelfeuer werfen oder,
nach meiner Entlassung, als Altpapier verkaufen. Möglichkeiten.
Noch gibt es Möglichkeiten. Aber werde ich sie nutzen?
Eingerahmt
von meinen Leuten, von Erinnerungen umstellt, getränkt von den Ereignissen
an meinem Ort, unterwandert von der Erfahrung, dass Zeit nichts,
aber auch gar nichts heilt, weiß ich, was ich zu tun habe und was
ich tun werde morgen früh. Scheitern an Rugbüll? Vielleicht kann
man es so nennen."
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7. Die Pflicht[Nach
oben]
Als Einstieg
in das Thema „Die Pflicht“ wurde den Zuhörern ein Interview mit
Schülern und Lehrern vorgespielt. Im Interview wurden den Schülern/Lehrern
folgende Fragen gestellt.
„Was bedeutet
für Dich Pflicht? Ist Pflicht abhängig von Zeit und Raum?“
Unter anderem
wurde genannt, Pflicht könne in Perversion umschlagen.
Diese Antwort wurde genutzt, um den Pflichtbegriff im Roman zu überprüfen.
Die Ergebnisse wurden auf einer Wandzeitung zusammengefasst. Diese
Wandzeitung stellt nicht nur die unterschiedliche Auffassung des
Begriffs „Pflicht“ von Jens Ole Jepsen und Max Ludiwg Nansen dar,
sondern hier wird auch der Aktualitätsbezug des Romans deutlich.
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Wandzeitung
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Jens
Ole Jepsen
Anweisung
von Außen + Pflichteifer
Hilflosigkeit
(Kinder, Lebensretter, Intelligenz)
Persönliche Aufwertung
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Max
Ludwig Nansen
Pflicht:
Eine Sache der Selbstachtung
Der
Begriff „Pflicht“ kann niemals ohne den Begriff „Moral“ betrachtet
werden.
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8. Die Wertung [Nach
oben]
Zur Unterstützung
der Wertung wurde ein Zitat von Siegfried Lenz verwendet.
„Ich bekenne,
ich brauche Geschichten, um die Welt zu verstehen.“
Der Mensch
muss reflektieren, um die Welt zu verstehen. Romane können diesen
Prozess unterstützen. Sie stellen die Welt und ihr Geschehen komprimiert
in einer eigenen Welt dar. Durch diese Weise können die Menschen
die Realität verstehen und verarbeiten. Lenz benutzt das Schreiben
um zu reflektieren, um zu verstehen. Wir können seine geschriebenen
Romane benutzen.
Dieses
Projekt wurde durchgeführt von:
Christian
Böge, Kerstin Franke, Nina Lux,
Stefan Siems und Sonja Zamzow
Informationen
über das Projekt: W.Ohlsen, KBS IZ
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