Projekte im Fach Deutsch

Der Roman die Deutschstunde - ein Projekt des 13. Jahrgangs

Literatur und Internetpräsentation - ein Projekt des 12. Jahrgangs


Deutschstunde

Im Rahmen des Deutschunterrichts am Fachgymnasium erarbeitete ein Leistungskurs (13. Jahrgang) eine Präsentation des Romans „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz, die dann anderen Klassen vorgeführt wurde. Die folgenden Inhalte wurden teilweise zur Übersicht gekürzt oder durch spontane Einfälle ergänzt.

Zielsetzung

1 Rollenspiel
2 Personenkonstellation
3 Der Maler Emil Nolde
4 Historischer Hintergrund
5 Erzählstil
6 Schreiben als Therapie
7 Die Pflicht
8 Wertung

 

Zielsetzung: [Nach oben]

Im Zusammenhang mit der Erarbeitung des Romans „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz entwickelte sich die Idee, Unterrichtsergebnisse projektbezogen aufzuarbeiten, um sie im Rahmen einer Buchvorstellung anderen Kursen und Klassen zu präsentieren. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit besonderen
Aspekten des Romansim Unterricht wurden die Ergebnisse zu ausgewählten Schwerpunkten arbeitsteilig bearbeitet und für eine Präsentation vorbereitet. Um die Präsentation interessant und abwechslungsreich zu gestalten, wurde darauf geachtet, möglichst viele Medien und Präsentationstechniken zu nutzen. Die Vorbereitung der Präsentation umfasste einen Monat. Vorgestellt wurde die 90 Minuten dauernde Präsentation dreimal. Beim Einlass der Schüler wurde typisch norddeutsche Musik gespielt, um für Ruhe und die nötige Einstellung zu Sorgen.


1. Inhaltsangabe „Deutschstunde“ in Form eines Rollenspiels [Nach oben]

Szene: Zelle [Tisch, Hefte, Pritsche]; Siggi am Tisch, Joswig an der Tür

Siggi: Moin Joswig.

Joswig: Moin Siggi, was macht deine Strafarbeit? Ist dir wieder was Neues zu den Freuden der Pflicht eingefallen oder hast du alles über Bord geworfen?

S.: Nein nein, ich denke sogar, dass ich es bald geschafft habe, schließlich schreibe ich ja schon fast ein Jahr.

J.: Worum geht’s eigentlich? Kannst mir mal nen bisschen was daraus erzählen?

S.: Aber das du mir ja nicht alles rumerzählst, besonders dem Himpel nicht. Du weißt ja, ich komme aus so einem Nordkaff, Rugbüll heißt es, und erzähl aus den letzten zwei Kriegsjahren. Los ging eigentlich alles an dem Nachmittag, an dem mein Vater , der Rugbüller Dorfpolizist, seinem Freund dem Maler Nansen einen Brief aus Berlin überbrachte. Du weißt vielleicht, dass damals einigen Künstlern Malverbot erteilt wurde, so auch ihm. Beide stritten sich wegen des Verbotes, denn mein Vater sollte es überwachen und pflichtbewusst wie er nun mal war, nahm er seine Aufgabe sehr ernst. Nansen malte trotzdem weiter, aber er unterschätzte meinen Vater, der mich später sogar zu seinem Spitzel machte.

J.: Hast du ihm geholfen?

S.: Nicht wirklich, aber irgendwann ertappte er ihn selbst, beschlagnahmte die Bilder und zeigte ihn an. Ich konnte es nicht verstehen und begann die Bilder vor ihm in der alten Mühle zu verstecken. Dort hatte ich schon eine kleine Galerie, aber sie ist bei einem Luftangriff mitsamt den Bildern abgebrannt.

J.: Haste du deshalb nach dem Krieg angefangen Bilder zu stehlen, weil deine eigene Galerie abgebrannt ist?

S.: Hmm...weiß nich..., aber seit dem verfolgten mich Träume mit brennenden Bildern und ich musste Bilder stehlen, um sie vor der Zerstörung zu retten. Aber damals ist noch viel mehr passiert in unserer Familie: meinen Bruder Klaas musste ich vor meinen Eltern verstecken, sie hätten ihn sonst an die Nazis ausgeliefert, da er angeblich Schande über unsere Familie gebracht hat. Adi, den Freund meiner Schwester, haben sie auch verstoßen, nur weil er Musiker war. Aber in Wirklichkeit war es mein Vater, der durch seinen Verfolgungswahn unsere Familie schlecht gemacht hat. Selbst nach Kriegsende verfolgte er noch weiterhin Nansen, womöglich noch heute?

J.: Wovon handelt deine Geschichte denn? Von den Freuden der Pflicht oder dem Konflikt zwischen dem Maler und deinem Vater?

S.: Sie handelt von zwei Personen, die eine unterschiedliche Auffassung von den Freuden der Pflicht haben.

J.: Na gut Siggi, dann schreib ma schön weiter. Du weißt ja in der Zelle ist das Rauchen verboten. [Joswig gibt Siggi zwei Zigaretten]


2. Personenkonstellation [Nach oben]

Jens Ole Jepsen
Jens Ole Jepsen leitet den Polizeiposten in Rugbüll. Er ist mit Gudrun Jepsen verheiratet, und hat drei Kinder. Klaas, Hilke und Siggi. Seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhält Jens Ole Jepsen seine Dienstaufträge aus Berlin, die er pflichtbewusst ausführt. Die Ideologie der Nationalsozialisten teilt Jens Ole Jepsen jedoch nicht, er führt nur die Befehle aus, die ihm aufgetragen werden. So auch den Befehl, das Malverbot, mit dem der Maler und Freund Max Ludwig Nansen belegt wird, zu überwachen.

Max Ludwig Nansen
Max Ludwig Nansen lebt mit seiner Frau Ditte, Jutta und seinen Freund, Doktor Busbeck auf Bleekenwarf. Auch ihn verschonten die Nationalsozialisten mit dem Malverbot nicht; obwohl Max Ludwig Nansen in seiner Heimat und sogar auch im Ausland sehr bekannt ist. Besonders seine

expressionistischen Werke missfallen den Nationalsozialisten, deshalb wird Nansen mit einem Malverbot belegt.

Gudrun Jepsen
Gudrun Jepsen, die Ehefrau von Jens Ole Jepsen, teilt die Ideologie der Nationalsozialisten und ist gegen alles, das den Anschein trägt, unrein und anders zu sein. Sie ist z.B. gegen die Beziehung ihrer Tochter Hilke zu dem Musiker Addi. Sie sieht in Addi nur einen Nichtsnutz, der keine ordentliche Arbeit hat. Hinzu kommt, dass Addi Epileptiker ist und Kranke möchte Gudrun Jepsen erst recht nicht in ihrer Familie haben.

Ebenfalls wird der älteste Sohn Klaas von den Eltern, bzw. von der Mutter nicht akzeptiert. Er ist ein Deserteur, verstümmelt mit Absicht seine Hand und flieht anschließend aus dem Lazarett, was für seine Eltern die schlimmste Schande ist, die ein Sohn seinen Eltern antun kann.

Auch zu Siggi sind beide Elternteile sehr kühl und streng. Besonders die Beziehung der Mutter zum Sohn ist sehr kalt. Gudrun Jepsen hat es nicht geschafft, eine herzliche und warme Beziehung zu ihren Kindern herzustellen.

Gudrun Jepsen ist sehr wortkarg und durch ihre Verschlossenheit wirkt sie emotionslos. Es scheint, dass sie keine Liebe in sich trägt .


3. Emil Nolde [Nach oben]
Emil Nolde wurde 1867 als Emil Hansen in Nolde/ Nordschleswig geboren. Er besuchte bis 1888 eine Schule in Flensburg und war anschließend Zeichner und Schnitzer in Möbelfabriken. Aufgrund seiner Heimatverbundenheit nahm er 1902 den Namen Nolde als Künstlername an. Er reiste viel und gerne in fremde Länder und Städte, z.B. Tahiti, Paris und Kopenhagen. Nolde war Mitglied in verschiedenen Künstlervereinigungen, wie z.B. in der Brücke, in der sich wichtige expressionistische Künstler zusammenschlossen. 1920 wurde Emil Nolde dänischer Staatsbürger.
1937 bildeten seine teils expressionistischen Bilder den Mittelpunkt der Ausstellung für entartete Kunst in München, die von den Nationalsozialisten ausgerichtet wurde. Emil Noldes Kunstwerke waren den Nazi schnell aufgefallen, sie versuchten Noldes Arbeit durch ein Mal- und Verkaufsverbot zu unterbinden, was ihnen nicht vollständig gelang, den von 1938-1945 entstanden Noldes berühmte „ungemalte Bilder“ in seinen Haus in Seebüll.
Am 19. April 1956 starb Emil Nolde in seinem Haus in Seebüll.
Für Nolde-Interessenten bietet sich an, sein Haus/Atelier und seine Bilder im Nolde-Museum in Seebüll zu besichtigen.

4. Kulturpolitik der Nationalsozialisten[Nach oben]

Grundzüge/ Ziele: Zentraler Gedanke der Kulturpolitik der Nationalsozialisten war ihre Vorstellung von der Überlegenheit der sogenannten "arischen Rasse" gegenüber allen anderen Rassen in allen Bereichen, auch hinsichtlich der Kunst und Literatur.

Bücherverbrennung 1933:
Am 10.05.1933 inszenierten die Nationalsozialisten mit dem Aufruf wider den deutschen Geist Bücherverbrennungen, denen sämtliche jüdische, politisch missliebige und vor allem sozialistische und kommunistische Autoren zum Opfer fielen.

Inhalte und Kennzeichen von zensierter Literatur waren z.B. die Thematisierung von Klassenkampf und Materialismus, von Dekadenz und moralischem Verfall. Auch sogenannter „volksfremder Journalismus demokratisch-jüdischer Prägung“ wurde angeprangert.

„Entartete Kunst“:
Auf der Ausstellung "Entartete Kunst" 1937 in München und Berlin sollte dem Volk unerwünschte Kunst vorgeführt werden. In neun Gruppen unter je einem bestimmten Motto wurden Werke von Künstlern gezeigt, deren Aussage stilistisch und/oder inhaltlich nicht den Vorstellungen der Nationalsozialisten entsprach.

Definition "Entartete Kunst":
Jede moderne Richtung der Kunst seit dem angehenden Realismus.
„Entartet“ war Kunst nach Meinung der damaligen Kunstrichter wenn sie
- "zum Klassenkampf im Sinne des Bolschewismus" aufrief
- "im Dienst der marxistischen Propaganda stand
- "Neger und Südseeinsulaner" verheerlichend darstellt
- "Juden und Idioten" zeigte
- Bilder zeigte die ihre religiöse Vorstellung anprangerten

"Neuer" deutscher Kunstgeschmack:
Man präsentierte in der "Großen Deutschen Kunstaustellung" den "neuen" Kunstgeschmack.
Inhaltlich mussten die Werke zu jenen politischen Vorstellungen der Nationalsozialisten passen, nach denen die Deutschen als ein gesundes, zuversichtliches und entschlossenes Volk aus damaliger Sicht anzusehen waren, das sich einen ihm zustehenden Platz in der Welt erobern und erkämpfen wollte.
Mit Abbildungen von kriegstüchtigen, gesunden, kriegstüchtigen Männern; Bauern und Arbeitern sowie schönen Frauen, die vor allem als Mütter dargestellt wurden, versuchte man entsprechend diese Vorstellungen zu verdeutlichen.

Somit war ein künstlerisches Schaffen in Freiheit für Expressionisten wie Nolde nicht mehr möglich.


5. Der Erzählstil [Nach oben]

„Wie ruhig der Maler auf einmal vom Bretterstapel glitt, den Hut in den Nacken schob, die Pfeife am Türpfosten hart ausklopfte und dann neben die Frau trat, wortlos und ohne ein einziges Mal zu zögern. Flüchtig winkte er uns - Jutta und mir -, zu verschwinden, wartete aber nicht ab, bis wir seine Anweisung befolgt hatten, vielmehr ergriff er oder löste den Stiel der Axt aus den Fingern der Alten, schob die Frau zurück, drängte sie bis zum Bretterstapel und ging wieder an das Tier heran, das ihn nicht beachtete, das den Hals gestreckt und krampfig über den Boden bewegte und den Kopf mühsam aufwärts drückte. Der Maler wog die Axt in der Hand. Der Maler machte einen Stemmschritt, schlurfte kurz mit den Sohlen, überprüfte drehend seinen festen Stand. Sein Gesicht blieb unbewegt, als er auf das Tier hinabsah, auf den harten schweren Schädel, der sich ihm entgegenhob mit den dunklen, gleichgültigen Augen. Die verklebten Haare flohen in schwarzweißen Kreiseln über die Stirn. Aus dem Maul hing ein Schleimfaden, die behaarten Ohren waren lauschend dem Mann zugedreht. Der Maler, das erkannte man, maß die Stelle zwischen den Augen aus, wo die Axt auftreffen sollte. Dann sah er hinter sich, hob die Axt, holte aus, während wir reglos dasaßen. Und sehe ich ihn immer noch stehen in seinem Stall: mit erhobener Axt, den Kopf leicht zurückgelegt, niederblickend auf das Tier, das auch in diesem Augenblick kein Interesse zeigte für den Mann, der sich in der Bewegung und Vollstreckung des Schlages so emporgereckt hatte, dass sich der Saum seines langfallenden Mantels bis zu den Kniekehlen hob.“ S. 210

„Er packte das Fahrrad mit einer Hand an der Hinterkannte des Sattels, mit der anderen an der Lenkstange und drehte es herum. Dann schob er es zum Ziegelweg hinab, hielt unter dem spitzen, auf unser Rotsteinhaus zielenden Schild“ „Polizeiposten Rugbüll“, brachte das linke Pedal in günstige Ausgangsstellung, saß auf und fuhr mit straff geblähten Umhang, der zwischen den Beinen mit einer Klammer zusammengefasst war, Richtung Bleekenwarft.

Das ging gut bis zur Mühle oder sogar fast bis zur Holmsenwarft mit ihren wippenden Hecken, denn so lange segelte er gebläht und kräftig gebauscht vor dem Wind, doch dann, als er sich gegen den Deich wandte, den Deich gebeugt erklomm, glich er sofort dem Mann auf dem Prospekt „ Mit dem Fahrrad durch Schleswig-Holstein“, einem verbissenen Wanderer, der durch die Versteifung, Krümmung und vom Sattel abgehobenem Gesäß bereitwillig die Mühsal erkennen ließ, mit der man sich hier fortbewegen muss auf der Suche nach heimischer Schönheit. Der Prospekt verriet jedoch nicht nur die Mühsal, er deutete auch das Maß der Geschicklichkeit an, das notwendig ist, um bei fallsüchtigen, seitlichem Nordwest mit dem Fahrrad auf dem Kamm des Deiches zu fahren; außerdem veranschaulichte die in Windfahrten zweckmäßige Körperhaltung, ließ das Erlebnis des norddeutschen Horizonts ahnen, zeigte die schlohweißen Kraftlinien des Windes und bevorzugte als vertraute Garnierung des Deiches die gleichen blöden und verzottelten Schafe, die auch meinem Vater und mir nachblickten.“ S. 21

Während des Vorlesens wurden die Zuhörer gebeten die Augen zu schließen, um die Konzentration der Zuhörer zu verstärken. Auf diese Weise wurden Ablenkungen vermieden.

Als nächstes wurden einige Bilder vorgestellt, um einen Einblick der Bildhaftigkeit des Schreibstils Lenz´ zu erlangen. Hierbei wurde festgestellt, dass Siegfried Lenz so ausführlich schreibt bzw. beschreibt, dass die Vorstellungen der Landschaften bei den meisten Teilnehmern übereinstimmten.


6. Schreiben als Therapie [Nach oben]

Um den Gliederungspunkt „Schreiben als Therapie“ zu veranschaulichen und auch möglichst interessant zu gestalten, wählten wir eine Kartenabfrage. Da Siggi ein Jahr lang schrieb, hat das Schreiben für ihn eine besondere Bedeutung. Diese Bedeutung wollten wir, gemeinsam mit den Zuhörern, anhand einer Kartenabfrage klären. Man stellte den Zuhörern erst die Frage, warum man überhaupt für sich schreibt, z. B. ein Tagebuch. Jeder Zuhörer schrieb einen möglichen Grund auf eine Karte. Die verschiedenen Antworten wurden dann an einer Wandtafel geclustert, noch einmal erläutert und mit Siggis Gründen für sein langes und ausführliches Schreiben verglichen.

In einer anschließenden Zusammenfassung wurden Siggis Beweggründe erklärt.

Es gibt viele Gründe, warum man persönliche Erfahrungen niederschreibt. In diesem Roman führt Lenz aber nur einige an, die ihm wichtig erscheinen.

1. Schreiben als Pflicht

Es ist für Siggi eine Pflicht, diesen Aufsatz zu schreiben. Er bekommt diese Aufgabe zuerst von seinem Deutschlehrer und noch einmal vom Direktor der Strafanstalt.

Siggi: „Sie haben mir eine Strafarbeit gegeben!“ (S. 7)

2. Vergangenheitsbewältigung

Schreibend kann Siggi seine Vergangenheit besser nachvollziehen. Dies ist ein Grund dafür, warum er ein Jahr für seinen Aufsatz braucht. Außerdem möchte er auch die Pflichtauffassung seiner Familie und seines Umfeldes verstehen und nachvollziehen, warum die Pflichtausübung insbesondere für seinen Vater so wichtig war.

Siggi: „Die Freuden der Pflicht, ich möchte sie ungekürzt verstehen, in ganzer Länge!“ (S.147)

3. Reflexion

(Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln und Tun) Siggi versucht sich und seine Entwicklung zum „Bilderdieb“ zu verstehen. Warum stahl er die Bilder weiterhin, obwohl der Krieg doch schon längst vorbei war?

Carl Fouchard jr.(ein Psychologe, Anm. d. Verf.):“ Wem erzählst du das alles da?“
Siggi: „Mir, sagte ich, und er darauf: Beruhigt dich das ?- Ja, sagte ich das beruhigt mich.“ (S. 147-148)

Zum Schluss stellt sich allerdings die Frage, ob das Schreiben als Therapie für Siggi von Nutzen war? Der Roman lässt ein offenes Ende. Siggi ist sich selbst im Unklaren, wie er sich nach seiner Entlassung aus der Strafanstalt verhalten wird. "Seit fünf Tagen ist die Strafarbeit fertig, morgen muss ich sie abliefern. Muss? Nicht auf die Resultate kommt es an, hatte Himpel einmal gesagt, sondern auf Haltung und Ausdauer, die zu den gewünschten Resultaten führen. Da er mit meiner Ausdauer zufrieden ist - brauchte er da noch meine Hefte? Ich könnte sie Hilke schenken oder Wolfgang Mackenroth oder der gleichgültig strömenden Elbe. Ich könnte sie ins Kartoffelfeuer werfen oder, nach meiner Entlassung, als Altpapier verkaufen. Möglichkeiten. Noch gibt es Möglichkeiten. Aber werde ich sie nutzen?

Eingerahmt von meinen Leuten, von Erinnerungen umstellt, getränkt von den Ereignissen an meinem Ort, unterwandert von der Erfahrung, dass Zeit nichts, aber auch gar nichts heilt, weiß ich, was ich zu tun habe und was ich tun werde morgen früh. Scheitern an Rugbüll? Vielleicht kann man es so nennen."


7. Die Pflicht[Nach oben]

Als Einstieg in das Thema „Die Pflicht“ wurde den Zuhörern ein Interview mit Schülern und Lehrern vorgespielt. Im Interview wurden den Schülern/Lehrern folgende Fragen gestellt.

„Was bedeutet für Dich Pflicht? Ist Pflicht abhängig von Zeit und Raum?“

Unter anderem wurde genannt, Pflicht könne in Perversion umschlagen.
Diese Antwort wurde genutzt, um den Pflichtbegriff im Roman zu überprüfen. Die Ergebnisse wurden auf einer Wandzeitung zusammengefasst. Diese Wandzeitung stellt nicht nur die unterschiedliche Auffassung des Begriffs „Pflicht“ von Jens Ole Jepsen und Max Ludiwg Nansen dar, sondern hier wird auch der Aktualitätsbezug des Romans deutlich.


Wandzeitung

Jens Ole Jepsen

Anweisung von Außen + Pflichteifer

Hilflosigkeit (Kinder, Lebensretter, Intelligenz)

Persönliche Aufwertung

Max Ludwig Nansen

Pflicht: Eine Sache der Selbstachtung

Der Begriff „Pflicht“ kann niemals ohne den Begriff „Moral“ betrachtet werden.


8. Die Wertung [Nach oben]

Zur Unterstützung der Wertung wurde ein Zitat von Siegfried Lenz verwendet.

„Ich bekenne, ich brauche Geschichten, um die Welt zu verstehen.“

Der Mensch muss reflektieren, um die Welt zu verstehen. Romane können diesen Prozess unterstützen. Sie stellen die Welt und ihr Geschehen komprimiert in einer eigenen Welt dar. Durch diese Weise können die Menschen die Realität verstehen und verarbeiten. Lenz benutzt das Schreiben um zu reflektieren, um zu verstehen. Wir können seine geschriebenen Romane benutzen.

Dieses Projekt wurde durchgeführt von:
Christian Böge, Kerstin Franke, Nina Lux,
Stefan Siems und Sonja Zamzow

Informationen über das Projekt: W.Ohlsen, KBS IZ


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